HNO / TonsillenKieferorthopädie - Atmung - HNO - Tonsillen |
|
Viele Menschen wissen nicht, dass die Ursache von Kiefer- und Zahnfehlstellungen häufig eine Störung der Atemfunktion bzw. der Atemwege sind. So genannte Störungen des Respirationstraktes führen zur Behinderung der Kieferentwicklung. Ein zu kleiner Kiefer kann nicht alle Zähne aufnehmen, die Zähne stehen zu eng. Typische Auslöser dieser Fehlentwicklungen sind z. B.: eine falsche, zu flache Zungenlage, eine gestörte und behinderte Nasenatmung durch zu kleine Nasengänge, zu große Adenoiden (Polypen) oder zu große hypertrophierte Tonsillen (Mandeln). Auch eine falsche Kieferlage, Rücklage des Unterkiefers führt zur Verengung der unteren Atemwege (Retropharynx / Laryngopharynx). Bei einem zu kleinen Oberkiefer sind die oberen Nasenwege (Nasopharynx) zu eng. Durch ständige Mundatmung kommt es zu einer Fehlentwicklung beider Kiefer, bei denen die zu kleine Oberkieferbasis in einem zu steilen (vertekalen) Winkel zur Unterkieferbasis steht. Aus diesen Gründen ist es besonders Wichtig, dass der behandelnde Kieferorthopäde auf die Zusammenhänge von Atmung und Kieferentwicklung achtet. Im Folgenden werden einige typische Beispiele gezeigt: |
|
Atmungsbehindernde Hypertrophien lymphatischer Gewebe |
|
Hypertrophierte lymphatische Gewebe des Rachenraumes (Waldeyerscher Rachenring) engen den Respirationstrakt in nicht unerheblicher Weise ein. Oft werden hierdurch obstruktive Atembeschwerden, die sich in Schnarschen, Dyspnoesyndromen und sogar nächtlicher Apnoe wiederspiegeln, ausgelöst. Vergrößerte Adenoiden (Polypen) verengen die oberen hinteren Nasenwege. Zu häufiges Mundatmen und eine nasale Aussprache sind die Folge. Die ungefilterte kalte Atemluft reizt die hinteren Atemwege, den retropharyngealen Raum und fördert chronische Rachenentzündungen, die eine Hypertrophie der entzündeten Tonsillen bewirken. Hypertrophierte Tonsillen (Mandeln) bewirken wiederum eine Verengung der Atemwege. Der retropharyngeale Raum wird blockiert. Um diesem lymphatischen Gewebedruck auszuweichen, muss die Zunge ihre natürliche, gegen den Gaumen gerichtete Lage aufgeben. Die Zunge liegt nun flach im Mundboden. Zur Entspannung ist der Mund hierbei leicht geöffnet. Leider reicht es dann in den meisten Fällen nicht mehr aus, nur mit kieferorthopädischen Maßnahmen entgegenzuwirken. Eine chirurgische Intervention zur Tonsillektomie oder Adenotomie ist dann häufig und dringlich erforderlich. |
|
Beispiel Vergleich adenoider Wucherung in Situ und FRS |
|
|
||||||||||||||||
|
Dies ist bekanntlich ein heikles Thema, welches die Mütter der Patienten meist nicht sehr gerne hören. Falsche Vorstellung von humanphysiologischen Vorgängen und eine alternativmedizinische Haltung verzögern allzu häufig die dringend notwendige Intervention zu besseren Respiration. Wird bei entsprechender Indikation dann auf die chirurgische Intervention verzichtet, so hat es der Kieferorthopäde besonders schwer, eine erfolgreiche Therapie zu ermöglichen. Der Kieferorthopäde therapiert dann mit seinem Patienten gegen einen nicht unerheblichen Widerstand, der durch die lymphatischen Gewebe verursacht wird. |
|
Beispiel FRS vor und nach HNO-OP, Tonsillektomie |
|
|
||||||||||||||||
|
Werden solch massiv hypertrophierte Tonsillen oder Adenoiden nicht entfernt, so behandelt der Kieferorthopäde gegen einen unphysiologischen Widerstand. Oft bleibt nur die Extraktion (Zähne ziehen) als Folge des sich daraus bildenden Platzmangels die Therapie der Wahl. |
|
Atmungsbehinderung durch Rücklage des Unterkiefers |
|
Eine ausgeprägte Rücklage des Unterkiefers führt zur Einengung des pharyngialen Raumes. Jeder kennt die Folgen. Fällt der Unterkiefer auch bei leiht geöffnetem Mund zurück, fängt der Schlafende an zu schnarchen. Funktionskieferorthopädische Wachstumsstimulierung zur Förderung des Unterkieferwachstums, führen zu einer verbesserten Nasenatmung. |
|
Beispiel FRS- Vergleich vor und nach vier Jahren aktiver Behandlung |
|
|
||||||||||||||||||||||||
|
Durch die ventrale Position des Unterkiefers beim Tragen eines funktionskieferorthopädischen Gerätes und gleichzeitiger dorso-kraniale Zungenlage kommt es zu einer zusätzlichen Aktivierung der orofazialen Muskulatur. Das Platysma, der M. digastricus und die Mundbodenmuskulatur (Mm.mylohyoideus, geniohyoideus) werden stärker aktiviert. Die dadurch entstehende Zugkraft auf die Unterkieferbasis induziert Knochenwachstum und verstärkt die therapeutische Wirkung funktionskieferorthopädischer Geräte. |
|
Das Patientenbeispiele hierzu: Beispiel Mehrphasentherapie |
|||||
|
Copyright by Dr. G. Polzar |
|||||
|
|
|||||