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Kieferorthopädie

Kieferorthopädie - Beispiel für ganzheitliche Kieferorthopädie

vorher

Der Patient befand sich mit 6 Jahren zum 1. Mal in der kieferorthopädischen Praxis. So konnte rechtzeitig mit der Behandlung begonnen werden. Mit Beginn des 9. Lebensjahres wurde mit herausnehmbaren Apparaturen die Kieferfehlstellung korrigiert. Mit 13 Jahren folgte die Korrektur der Zahnstellung, die nach relativ kurzer Zeit beendet werden konnte.

Behandlungsdauer 5 Jahre

nachher

Dieser extreme Fall zeigt besonders deutlich was Kieferorthopädie bei einem rechtzeitigen Behandlungsbeginn und einer guten Patientenführung mit optimaler Mitarbeit des Patienten zu leisten vermag.

Vor Behandlungsbeginn hatte der Patient einen ausgeprägten skelettalen Rückbiss ( Angle Kl II 1, Distalbisslage ) mit einer Frontzahnstufe von 16 mm. Beide Kieferbasen waren zu dem extrem schmal, so dass ein erheblicher Platzmangel ( siehe Unterkieferfrontzähne ) für die bleibenden Zähne vorhanden war. Ohne kieferorthopädische Behandlung hätte sich sehr wahrscheinlich die Fehlstellung verschlimmert, da der Patient nicht in der Lage war, die Unterlippe entspannt vor die oberen Frontzähne zu schieben.

vor Behandlungsbeginn
9 Jahre alt

Extreme sagittale Stufe von 16 mm!

Ausgeprägter Platzmangel mit Stützzoneneinbruch und staffelstellung der UK Frontzähne

nach aktiver Behandlung
14 Jahre alt

Neutrale Verzahnung mit harmonisch, natürlichem Überbiss

Gut ausgeformter Zahnbogen auf breiter solider Knochenbasis

Behandlungsverlauf

Aktivator mit Funktionsperle

Aktivator im Mund

Mit der ersten Spange, dem Aktivator, wird der Unterkiefer vor verlagert und die Neigung der Oberkiefer Front korrigiert. Die seitliche Bissöffnung ist ein Zeichen für gute Mitarbeit.

bspmehrphakt

VDP mit schon aktivierten Dehnschrauben

bspmehrphvdp (1)

Mit der zweiten Spange, der Vorschubdoppelplatte, wird mit Dehnschrauben das Breitenwachstum beider Kiefer gefördert.  Zusätzlich wird das Ergebnis der Unterkiefervorverlagerung gehalten, damit die zunächst funktionelle Kieferlage in eine skelettal gefestigte Kieferrelation ausreifen kann.

bspmehrphnachakt

Bisshebung

Kiefer verbreitert

Nach 3 Jahren u. 6 Monaten mit herausnehmbaren Apparaturen und ausformen der Knochenbasis wird nun der gewonnene Platz dazu verwendet, um die schief stehenden, gedrehten Zähne in den Kieferbogen einzuordnen.

Multibandapparatur

Quadhelix für Transversale

Druckfeder für Frontzähne

Aktives Behandlungsergebnis nach 3 Jahren u. 6 Monaten herausnehmbaren Apparaturen und 16 Monaten Multibandapparatur. In der anschliessenden Retentionsphase kann sich die Okklusion noch setzten.

Vergleich Front- und Seitenansicht

Frontansicht vor Behandlung

Frontansicht nach 16 Monaten mit Aktivator

Profilvergleich

Frontansicht nach aktiver Behandlung

Grundsätzliches zur Mehrphasentherapie

Kieferorthopädie kommt aus dem griechischen und bedeutet Ortho = gerade und Pädeien = Erziehen. Eine Kieferorthopädische Behandlung, die Ihrem Kind helfen soll, ist keine Angelegenheit, die sehr schnell und in kurzer Zeit gelöst werden kann; jedoch hilft häufig bei einem frühzeitigen Beginn der Behandlung der spielerische Effekt und Spass an der Spange, dass die kleinen Patienten diese langwierige Behandlung erfolgreich meistern.

Am Wichtigsten ist es, eine wohlausgeformte Knochengrundlage zu schaffen, in der dann später die bleibenden Zähne ihren Platz finden. Deshalb ist die Korrektur der Kieferstellung              (Wachstums-förderung eines zu kleinen Kiefers), das heisst der Kieferlage- und breite besonders wichtig. Diese Therapie sollte dringend in einem Alter erfolgen, in dem das pupertäre Wachstum noch nicht eingesetzt hat. Bei Jungs ist das meist zwischen 9-10 Jahren und bei Mädchen meist 1 Jahr früher der Fall. In der ersten Behandlungsphase wird das Fundament für die gesamte Kiefer- und Gebissentwicklung geformt. Mit der Pupertät festigt sich die vorher angelegte Wachstumsmatrix und die skellettalen Strukturen werden stabilisiert. So werden in der zweiten Phase mit der Multibandapparatur nur noch die schief stehenden Zähne auf der schon korrigierten und ausgeformten Kieferbasis gerade eingestellt.

Die Gefahr, dass die Zähne wieder schief werden (Rezidiv), ist bei diesem Vorgehen auf einem wohlgeordnetem Fundament wesentlich geringer. Zudem kann, wie Sie sehen, auch bei schwierigen Fällen auf das wachstumshemmende Extrahieren von Zähnen in der Regel verzichtet werden. Die angrenzenden anatomischen Strukturen, die neben der Kaufunktion auch für die Atmung von besonderer Bedeutung sind, werden durch diese wachstumsfördernde Therapie positiv beeinflusst.

Weitere Informationen unter:             Röntgendiagnostik, Wachstumsdiagnostik, Handwurzelaufnahme

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